Gefährlich

Es war eine Weiterbildung. Sie war so umfangreich, dass es schon fast eine Ausbildung war. Wir wurden eingewiesen in die Tiefen eines sehr komplexen Persönlichkeitsmodells. Wir saßen zu neunt in diesem kleinen Seminarraum in diesem kleinen Hotel: Der Ausbilder und acht Teilnehmer.

 

In dieser Ausbildung war ich der einzige Anwesende, der einen bestimmten Persönlichkeitsanteil sehr stark ausgeprägt hatte. Alle anderen kannten diesen Persönlichkeitsanteil kaum. Und so war es immer wieder meine Aufgabe, den anderen zu übersetzen und zu erklären, wie ich mit diesem Persönlichkeitsanteil auf bestimmte Situationen reagieren würde.

 

Aber das war nur fair – andere in der Gruppe hatten dafür Persönlichkeitsanteile stark ausgeprägt, die ich selber nicht oder in nur sehr geringem Ausmaß habe. Und sie erklärten mir dann im Gegenzug, was sie in bestimmten Situationen fühlten, dachten und taten. Ich lernte sehr viel von ihnen.

 

Wir saßen da also in diesem kleinen Seminarraum und sprachen verschiedene Situationen durch. Plötzlich fragte jemand in die Runde:

„Und die Amokläufer? Wer sind die?“

Der Ausbilder war verdutzt. Offenbar war ihm diese Frage noch nie gestellt worden. Er dachte nach, konnte die Frage aber nicht beantworten. Die anderen guckten ratlos. Da hob ich die Hand. Die anderen schauten mich an:

„Ich bin das“, sagte ich ihnen. „Wenn ich beschlossen habe, dass ihr sterben müsst, dann habt ihr keine Chance mehr.“

 

Auf den Gesichtern der anderen sah ich ziemliches Entsetzen. Sie waren nicht entsetzt, dass ich ihnen diese Information gegeben hatte. Nein, etwas anderes war passiert: Ich hatte den Teil in mir aktiviert und mit Energie besetzt, der gefährlich ist. Und das spürten die anderen. Sie wussten, dass ich recht hatte.

Aber wir waren ja nicht zum Tee trinken zusammen oder für einen Plausch, sondern für diese Ausbildung.

Also fuhr ich ungerührt fort:

 

„Dann gehört euch euer Leben nicht mehr. Dann lebt ihr ab jetzt nur noch von geborgter Zeit. Eure Uhr läuft ab jetzt rückwärts.“

Das Entsetzen vertiefte sich. Das Unwohlsein der anderen war jetzt buchstäblich mit den Händen zu greifen. Sie glaubten mir jedes Wort, und sie taten gut daran. Deshalb entzog ich dem gefährlichen Teil von mir jetzt wieder die Energie. Ich wurde für die anderen wieder sichtlich jemand anderer. Ich sagte ihnen:

„Aber keine Sorge: Ich habe das nicht beschlossen. Und so, wie’s aussieht, werde ich das auch nicht tun.“

 

Der Ausbildungsleiter beschloss dennoch, eine außerplanmäßige Pause von zwanzig Minuten einzulegen. Nach der Pause besprachen wir ein ganz anderes Thema. Niemand wollte sich diesem gruseligen Entsetzen nochmal aussetzen Und noch heute – viele Jahre später – klingen für einige, die das damals erlebten, diese Worte nach.

 

Ja, ich bin gefährlich. Ich bin sogar sehr gefährlich. Und davon will ich heute schreiben.

 

Tja, wie baue ich das jetzt auf?

Ich habe keinerlei Vorstrafen, bin nie durch Körperverletzung oder andere Formen der Gewalt in Erscheinung getreten, ich habe keinerlei Erfahrung mit Waffen, die über ein Taschenmesser hinausgehen. Ich besitze keine Waffen und will auch keine im Haus haben. Und nein - Karate und derlei Zeug kann ich auch nicht. – Was um alles in der Welt macht mich jetzt so extrem gefährlich, und wie kann ich mir so sicher sein, dass ich so gefährlich bin? Und warum sind andere, die mich kaum kennen, auf einmal so derart überzeugt von meiner Gefährlichkeit?

 

Ich will es an einem Beispiel aus meiner Vergangenheit erläutern. Der ganze Vorgang, den ich hier schildern werde, erstreckt sich insgesamt über vier Jahre.

 

Ich hatte damals relativ frisch meine Arbeitsstelle in einem internationalen Großkonzern angetreten. Meine offizielle Bezeichnung war „Personalentwickler“. Ich entwickelte also Personal. Noch in der Probezeit wurde mein Chef, der mich ausgesucht und eingestellt hatte, entlassen. Er wurde ersetzt durch einen Chef, den niemand von uns Personalentwicklern leiden konnte. Diese Abneigung beruhte auf Gegenseitigkeit: Er konnte keinen von uns leiden. In seinen Augen waren wir alle erbärmliche Nichtskönner. Nicht, dass er unseren Job hätte besser machen können – im Gegenteil: Von unserem Job hatte er keine Ahnung. Aber er war halt der Größte, und außer ihm konnte niemand in diesem Konzern was. Außer ihm arbeitete niemand, jedenfalls nicht richtig. Alle verdienten zuviel, nur er verdiente zu wenig. Und so weiter. Das übliche halt.

 

Dieser neue Chef war der designierte Nachfolger des Personalvorstands. Er war gerade Generalbevollmächtigter geworden, was in unserem Gewerbe die letzte Stufe ist, bevor man Vorstand wird. Wenn man Generalbevollmächtigter ist, dann ist man schon fast der Liebe Gott.

In der Branche, in der ich arbeite, gab es damals – deutschlandweit – ungefähr 600 Vorstände. Und es galt diese Regel: „Einmal Vorstand – immer Vorstand“: Wer bei dem einen Unternehmen als Vorstand rausflog, der fing ein halbes Jahr später bei dem anderen Unternehmen als Vorstand wieder an. Das war ein permanenter Ringtausch der Unternehmen untereinander. In diesen exklusiven Zirkel reinzukommen, war sehr schwer. Aber wenn man erst einmal drin war, dann konnte einem nichts mehr passieren. Und es war das erklärte Ziel von unserem oberehrgeizigen neuen Chef. Er war die typische Heißdüse, die für ihre Karriere buchstäblich alles tut. Er wollte diese Form von Status und von Kündigungsschutz erreichen. Um jeden Preis. Er hatte es schon fast geschafft. Zwei Jahre noch – dann würde der alte Personalvorstand in den Ruhestand gehen. Und er war der designierte Nachfolger.

Und in der Zwischenzeit konnte er uns Personalentwickler so richtig nerven.

 

Es dauerte ungefähr ein halbes Jahr, und einer meiner liebsten Kollegen kündigte. Der neue Chef hatte ihn buchstäblich aus dem Unternehmen gemobbt. Das letzte, was mir dieser Kollege sagte, war:

„Und Sie sind der nächste.“

Ich hörte die Worte, wollte es aber nicht wahrhaben.

Es war aber wahr: Ich geriet in den Fokus des neuen Chefs. Er wollte mich unbedingt aus dem Unternehmen raus haben. Da an meiner Arbeit nur wenig auszusetzen war, musste er andere Wege finden. Er suchte, und er fand sie. Und mein Leben wurde jetzt ziemlich schwierig. Ich hatte zwar schon einiges an Mobbingerfahrung hinter mir, aber das hier war nochmal eine ziemlich neue Qualität.

 

Ich analysierte die Situation und beschloss, standzuhalten. Damit hatte der Chef überhaupt nicht gerechnet. Er hatte mir in mehreren Gesprächen dringend nahegelegt, das Unternehmen zu verlassen. Er würde mir dabei helfen, was anderes zu finden. Ich hatte ihm gesagt, dass ich darüber nachdenken würde. Dann hatte er forciert das Gespräch gesucht, um mich zu fragen, was denn beim Nachdenken rausgekommen sei. Ich sagte ihm frei heraus, dass dabei herausgekommen sei, dass ich bleiben würde. Er war sichtlich geschockt.

 

Er mahnte mich ab. Das war mal eine neue Erfahrung für mich. Ich ging mit dieser Abmahnung zu Juristen, die mir zu verstehen gaben: Da passiert nichts. Also nahm ich das alles nur zur Kenntnis. Der Chef, der sicher gewesen war, dass ich nach der Abmahnung gehen würde, war erneut geschockt. Dass ich diese Abmahnung relativ gelassen zur Kenntnis nehmen würde, damit hatte er nicht gerechnet. Es ging mir überhaupt nicht gut damit. Aber es war noch lange kein Grund, das Unternehmen zu verlassen, denn der Anlass für die Abmahnung war an den Haaren herbeigezogen (Sprachbild).

 

Der Chef suchte nach neuen Mitteln, mich unter Druck zu setzen. Ich fragte mich, wo er diesen Hass gegen mich hernahm und die Energie, diesen Hass in die Tat umzusetzen. Ich fand aber keine Antwort. Und so gingen die Monate und Jahre ins Land. Es waren harte Zeiten für mich.

 

Der Chef begann, Intrigen gegen mich zu spinnen und mich bei meinen Kunden schlecht zu machen. Da konnten Gespräche ungefähr so laufen:

Chef: „Ein Bereichsleiter hat sich über Sie beschwert.“

Ich betreute zu diesem Zeitpunkt vier Bereiche. Ich dachte nach – das konnte gar nicht sein, dass von dort Beschwerden kamen. Ich war einer der beliebtesten Personalentwickler.

Stiller: „Welcher Bereichsleiter hat sich beschwert?“

Chef: „Das kann ich Ihnen nicht sagen.“

Stiller: „Wieso können Sie mir das nicht sagen?“

Chef: „Er hat es mir unter dem Siegel der Verschwiegenheit gesagt. Er will nicht, dass das publik wird. Aber es ist wirklich schwerwiegend, was er da über Sie sagt.“

Stiller: „Und was war der Kern seiner Beschwerde?“

Chef: „Das kann ich Ihnen nicht sagen – wie gesagt. Aber er ist so unzufrieden, dass er nicht mehr mit Ihnen zusammenarbeiten will.“

Stiller: „Und wie sollte ich jetzt Ihrer Meinung nach reagieren? Sie sagen mir nicht, wer was über mich sagt, Sie sagen nicht, was über mich gesagt wird. Sie machen nur Andeutungen.“

Chef: „Ja, Sie sollten wirklich überlegen, ob Sie in diesem Unternehmen richtig sind. Akzeptanz bei den Kunden haben Sie jedenfalls keine.“

 

Ich ging zu jedem Bereichsleiter einzeln hin und interviewte ihn unter vier Augen. Es war, wie ich vermutet hatte – an den Vorwürfen war nichts dran.

Ich beschloss, meinen Chef auf meine „Feindliste“ zu setzen.

 

Wenn es dir gelingt, auf meine Feindliste zu kommen, dann hast du ein ernstes Problem. Meine Kleinen sagen dazu:

„Wenn du auf diese Liste kommst, dann nimmt dein Leben eine starke und sehr unangenehme Wendung.“

Bis zu diesem Zeitpunkt hatten es erst zwei Menschen auf meine Feindliste geschafft: Meine beiden leiblichen Eltern. Und jetzt kam eben dieser Chef hinzu. Wer auf meiner Feindliste steht, der ist zum Abschuss freigegeben. Das bedeutet aber nicht, dass wir den jetzt töten. Der Befehl lautet: Den Zustand der vollkommenen Kampfunfähigkeit herbeiführen. Anders ausgedrückt: Dieser Mensch darf nie wieder in der Lage sein, uns schaden zu können.

 

Ja, und ab jetzt hatte dieser Chef ein ernstes Problem. Jeder, der auf meiner Feindliste steht, hat ein ernstes Problem. Er weiß das nicht, denn ich gehe mit dieser Liste nicht hausieren (Sprachbild). Aber das macht nichts. Er hat dieses Problem und die Gefahr für ihn ist real. Und sie wird mit jedem Tag größer.

 

In meinen Seminaren sage ich dazu:

„Dieser Schlag wird dich treffen. Und es gibt keine Verteidigung dagegen. Du wirst nicht wissen, wann er kommt, du wirst nicht wissen, von wo er kommt. Wenn er kommt, dann wirst du nicht mal wissen, dass er von mir kam. Aber er wird kommen, er wird treffen, und dann ist vorbei für dich.“

 

Ich musste also den Chef in eine Situation bringen, dass er nie wieder in der Lage sein würde, meine wirtschaftliche Existenz zu vernichten. Klarer Auftrag. Ich machte mich umgehend an die Ausführung.

 

Ein paar Wochen dachte ich intensiv nach.

 

Dann tauchte ich auf einmal unangemeldet im Büro des Betriebsratsvorsitzenden auf. Zur Erklärung: Das war etwas, was man in diesem Unternehmen absolut nicht tat. Der Betriebsratsvorsitzender war ein bulliger, völlig unangenehmer Typ. Er schwebte abgeschottet und abgesondert vom gemeinen Volk in den Sphären der Unternehmensentwicklung und der großen Linien. Für die operative Arbeit waren die anderen freigestellten Betriebsratsmitglieder zuständig.

 

Ich stand da also auf einmal unangemeldet im Büro dieses Bärbeiß‘.

„Was wollen Sie hier?!“ blaffte er mich an. Mit einer Handbewegung machte er deutlich, dass ich verschwinden sollte.

Ich machte die Tür hinter mir zu und ging auf seinen Schreibtisch zu.

„Was wollen Sie hier?!“ wiederholte er.

Ich sagte es ihm. Die Tür blieb zu, und wir unterhielten uns eine Weile.

Dann verließ ich dieses Büro so unscheinbar und so lautlos, wie ich gekommen war. Mir war bewusst, dass ich ein kompliziertes Räderwerk in Gang gesetzt hatte.

 

In den nächsten Tagen und Wochen führte ich noch einige Gespräche, wo ich meinen Gesprächspartnern direkt am Anfang sagte:

„Dieses Gespräch hier – das hat nie stattgefunden.“

 

Es kam die Zeit, wo dieser Chef Vorstand werden sollte. Aber er wurde nicht Vorstand. Das wurde jemand anderer – einer von den Bereichsleitern, die ich als Personalentwickler begleitete. Aber um dem Generalbevollmächtigten Kompensation zu geben, wurde ihm in Aussicht gestellt, ein ganz hohes Tier in der Konzernzentrale im europäischen Ausland zu werden.

Und das alles bedeutete, dass ich einen neuen Chef bekam.

Anmerkung noch dazu. Dass der Generalbevollmächtigte nicht Vorstand wurde, hatte nur sehr, sehr wenig mit meinem Tun zu tun. Er hatte sich andere, viel mächtigere Feinde gemacht. Mein Beitrag war verschwindend gering.

 

Aus Gründen, die ich bis heute nicht kenne, war die neue Chefin wesentlich härter drauf als ihr Vorgänger. Sie hasste mich noch mehr. Noch viel mehr. Es war ihr geradezu ein körperliches Bedürfnis, mich aus dem Unternehmen zu kriegen. Sie arbeitete buchstäblich Tag und Nacht daran. Mit dem neuen Personalvorstand hatte ich mich immer sehr gut verstanden, als er noch Bereichsleiter gewesen war. Damit war es jetzt vorbei. Er war ihr Chef und sie erzählte ihm irgendwas über mich, was er offenbar unbesehen glaubte. Auf jeden Fall bekam ich jetzt keinen Termin mehr bei ihm. War er vorher noch mein Coaching-Kunde gewesen – jetzt ging er mir aus dem Weg und war für mich unerreichbar.

 

Diese neue Chefin setzte mich praktisch von Anfang an fürchterlich unter Druck. Ihre erste Falle für mich sah so aus: Sie hatte alle Personalentwickler zusammengeholt und uns gebeten, ihr Entwicklungspläne für uns zu schreiben. Wir sollten ihr aufschreiben, in welchen Bereichen wir uns noch weiterentwickeln wollten und wo wir gecoacht werden wollten. Ich fand, dass das eine sehr gute Idee war – so hatte ich das mit meinen Mitarbeitern auch immer gemacht, als ich noch Führungsverantwortung gehabt hatte.

 

Ich machte der neuen Chefin diese Liste. Sie bat mich zum Einzelgespräch. Auf ihrem Schreibtisch lag meine Liste. Ich dachte, dass wir jetzt über meinen Entwicklungsplan sprechen würden. Aber das Gespräch fing ganz anders an. Sie nahm die Liste in die Hand und machte ein sehr ernstes Gesicht:

„Das hier können Sie also alles nicht, Herr Stiller. (Kunstpause). Und das ist für einen Personalentwickler mit Ihrem Gehalt wirklich ziemlich bedenklich.“

 

Und auf diese Weise ging es Schlag auf Schlag. Und mit Schlag meine ich tatsächlich „Schlag“. Diese Frau hatte irgendwas gegen mich. Und keinerlei ethischer Kompass schien ihr Verhalten zu steuern. Sie war auf Vernichtung gepolt und steuerte ihr Ziel an – mit der Energie und der Wucht eines Panzers. Das hier war wirklich deutlich härter als das, was ich unter ihrem Vorgänger erlebt hatte. Sie war gerissen, sie war geschickt, sie war intrigant bis zum Anschlag, und sie steckte eine wirklich märchenhafte Energie in ihr Vorhaben. Ich war echt in Schwierigkeiten.

 

Das ging ein paar Monate so, und dann kam da dieses Einzelgespräch, wo die Entscheidung fiel. Sie bat mich in ihr Büro. Sie begann das Gespräch ohne alle Umschweife:

„Wir haben uns entschieden, Herr Stiller, wir trennen uns.“

„Wer „wir“?“

Ich habe das beschlossen.“

„Und wer sonst noch?“

„Der Vorstand.“ (Sie meinte den neuen Personalvorstand).

„Und sonst?“

Sie schaute mich spöttisch und etwas skeptisch an. Dann sagte sie:

„Ja, reicht Ihnen das denn nicht? Weder Ihr Chef noch Ihr Vorstand hält Sie für geeignet.“

„Als ich das letzte Mal nachgeguckt habe, hatte ich einen Arbeitsvertrag mit dem Unternehmen. Nicht mit Ihnen und auch nicht mit dem Vorstand. Und meine Kunden halten mich für geeignet.“

„Ja, das ist etwas, worüber wir auch nochmal sprechen müssen: Über niemanden erhalte ich so viele Mails wie über Sie. Keiner Ihrer Kollegen bekommt auch nur annähernd so viel Fanpost wie Sie.“

„Sag ich ja.“

„So geht das nicht, Herr Stiller! Ich weiß nicht, was Sie denen gesagt haben, aber das hört jedenfalls auf!“

Und so weiter.

 

Als ich an diesem Tag das Büro der Chefin verließ, hatten zwei weitere Leute Platz auf meiner Feindliste gefunden: Die Chefin und der neue Personalvorstand. Die hatten ab jetzt ein ernstes Problem. Davon wussten sie zwar noch nichts. Doch der Schlag würde sie treffen.

 

Aber zunächst einmal war ich in Schwierigkeiten. Ich war in ernsten Schwierigkeiten. Und das wusste ich. Wenn dein Chef und dein Vorstand gegen dich arbeiten, dann wird deine Position im Unternehmen sehr schnell unhaltbar. Ich war wirklich in ganz, ganz ernsten Schwierigkeiten.

 

Zum Verständnis meiner Situation muss ich noch dieses sagen:

Kein Unternehmen, in dem ich bislang Angestellter war, hat überlebt. Bis jetzt hat ausschließlich jedes Unternehmen, mit dem ich einen Arbeitsvertrag hatte, den Markt verlassen. Ich war zu diesem Zeitpunkt erst etwas länger als drei Jahre in diesem internationalen Großkonzern beschäftigt (- auch er würde vier Jahre später vom Markt verschwinden, aber das wusste ich zu diesem Zeitpunkt noch nicht). Und in den drei Jahren davor hatte ich dreimal eine ungekündigte Stellung verloren, weil mein Unternehmen vom Markt verschwunden war. Einmal hatte ich es tatsächlich auf zwei Entlassungen in einem Jahr gebracht. Und ich war immer in Großkonzernen beschäftigt gewesen. Ich war mit der Familie meinen Jobs hinterhergezogen – von Nordrhein-Westfalen nach Niedersachsen und von dort nach Hessen. Ich war verheiratet und hatte zwei kleine Kinder (fünf und ein Jahr) alt. Und ich wusste dieses: Noch eine Entlassung übersteht diese Familie nicht. Auf gar keinen Fall. Die Entlassungen davor hatten schon katastrophale Spuren hinterlassen – vor allem bei der Frau, mit der ich de jure verheiratet bin. Ich selber mag zäh und stur und tapfer sein. Ich bin resilient für drei. Die Frau, mit der ich de jure verheiratet bin, ist das definitiv nicht. Wenn ich also meine Kinder irgendwie halbwegs unverwundet durch diese Zeit bringen wollte, dann musste ich diesen Job behalten – um jeden Preis.

 

Ich ging also schnurstracks zum Betriebsratsvorsitzenden – unangemeldet, ohne Termin. Das war etwas, was man immer noch nicht tat.

„Sie schon wieder?!“ blaffte er mich an. „Was wollen Sie hier?!“

Ich sagte es ihm.

„Gehen Sie nach nebenan“, blaffte er mich an und wies mit dem Daumen nach rechts. „Gehen Sie zu Herrn [Name des stellvertretenden Betriebsratsvorsitzenden]. Der kümmert sich um Sie!“

Ich ging nach nebenan.

 

Als ich an der Tür des stellvertretenden Betriebsratsvorsitzenden klopfte, hörte ich drinnen einige Stimmen.

„Moment noch!“ hörte ich eine Männerstimme durch die Tür.

Ich wartete.

Nach ein paar Minuten hörte ich:

„Herein!“

Ich drückte die Klinke und ging in das Büro. Dort saß der stellvertretende Betriebsratsvorsitzende an seinem Schreibtisch. Neben ihm standen zwei weitere Betriebsratsmitglieder, die in diesem Unternehmen was zu sagen hatten. Mit einem von ihnen hatte ich viel bei der sogenannten „Gremienarbeit“ zu tun gehabt. Wir verstanden uns gut und mochten uns. Aber das hier – gleich drei so wichtige Betriebsratsmitglieder auf einem Haufen … und sie warfen sich so merkwürdige Blicke zu.

Ich schloss die Tür hinter mir und ging in den Raum.

„Aaah, der Herr Stiller“, sagte der stellvertretende Betriebsratsvorsitzende freundlich und leutselig, „Wir haben uns schon gefragt, wann Sie kommen würden.“

Ich verstand nicht recht:

„Wie – wann ich kommen würde?“

„Ja, Ihre Chefin war vor einiger Zeit bei uns und hat uns gefragt, was sie uns geben muss, damit wir Ihrer Entlassung zustimmen.“

Ich war in weit ernsteren Schwierigkeiten als ich gedacht hatte.

 

Die nächsten Wochen und Monate wurden hektisch und ausgesprochen schwierig für mich.

In einer ersten Amtshandlung baute ich mir ein Team auf:

Drei Juristen

Zwei Mediziner

Ein Coach

Sie waren meine ständige Begleitung. Ich brauchte diese Unterstützung. Unbedingt. Mit ihnen sprach ich meine Sachen durch. Einer dieser Juristen war im Konzern beschäftigt. Er arbeitete in einer sehr wichtigen Schnittstelle und versorgte mich laufend mit Informationen – wie gesagt: Ich war sehr beliebt in dem Unternehmen. Die wirklich einzigen, die was gegen mich hatten, waren die Chefin und der Vorstand (ausgerechnet).

 

Ich besprach mich mehrfach in der Woche mit dem stellvertretenden Betriebsratsvorsitzenden. Er half mir, das ganze Ausmaß der Intrige zu verstehen, in die ich da reingeraten war: Wochenlang hatten der Vorstand und die Chefin das vorbereitet. Als dieses Gespräch „Wir trennen uns“ stattfand, sollte das aus ihrer Sicht nur der Schlussstein eines Gebäudes sein, an dem sie lange und intensiv gearbeitet hatten. Mir war viel zu spät klar geworden, worum es ging und so hatte ich ganz wichtige Zeit verloren.

 

Der Betriebsratsvorsitzende sagte mir, das einzige, was er in so einer Situation noch für mich tun könne, wäre für mich eine hohe Abfindung rauszuholen. Ich sagte ihm, dass er dafür auf keinen Fall ein Mandat von mir bekommen würde. Dann kam dieser Dialog:

„Aber was wollen Sie denn tun, Herr Stiller, die Abfindung ist das einzige, was Sie hier jetzt noch realisieren können.“

„Ich bleibe.“

„Aber Herr Stiller …“

„Ich bleibe. Ich habe mir nichts zuschulden kommen lassen. Ich habe einen unbefristeten Arbeitsvertrag, ich kann meinen Job, meine Kunden mögen mich. Ich bleibe.“

„Glauben Sie mir, Herr Stiller, wir haben hier unsere Erfahrung damit. Wenn die Chefin Sie aus dem Unternehmen raushaben will, dann kriegt sie Sie auch raus. Das, was Sie durchmachen, das hält niemand mehr als ein paar Monate aus, glauben Sie mir.“

„Ich bleibe. Und wenn’s nur einen Tag länger ist als sie. Ich bleibe.“

„Aber Herr Stiller …“

 

Wäre ich alleine gewesen, dann wäre ich gegangen, selbstverständlich. Mich neu am Markt zu orientieren – darin hatte ich mittlerweile Erfahrung und Übung. Ich war sicher, dass ich recht schnell was neues gefunden hätte. Aber hier ging’s nicht um mich. Hier ging’s um meine Töchter. Für die hatte ich einzustehen. Und es war ganz sicher, dass die Familie zerbrechen würde, wenn ich noch einmal den Job wechseln würde. Ich musste meine Töchter schützen. Für sie war ich da. In dieser und in vielen folgenden Situationen gab es für mich nur eine einzige Direktive:

„Den Kindern darf kein Leid geschehen!“

Das murmelte ich bestimmt zehnmal am Tag vor mich hin:

„Den Kindern darf kein Leid geschehen!“

Für sie hatte ich einzustehen, für sie hatte ich zu kämpfen.

„Den Kindern darf kein Leid geschehen!“

Und so kämpfte ich.

 

Meine Hartnäckigkeit sprach sich im Konzern rum.

Meine Kollegen bekamen in etwa mit, wie mit mir umgesprungen wurde. Sie fragten mich im Vertrauen:

„Aber was wollen Sie denn machen?“

Ich antwortete ihnen schlicht:

„Ich mach’s wie unsere Großväter: Ich kämpfe bis zur letzten Patrone.“

 

Ich nahm in zehn Monaten fünfzehn Kilo ab, ohne das zu wollen.

„Sie sollten jetzt aber nicht noch weiter abnehmen“, sagte mir die Ärztin mit besorgtem Gesicht.

Ich schlief kaum noch, weil ich unablässig nachdachte und nach Lösungen suchte.

„Ihr Körper kann das nicht mehr lange durchhalten“, sagte mir die Ärztin.

Den Kindern darf kein Leid geschehen!

 

Meine jüngere Tochter war ein Jahr alt. Sie entwickelte starke Neurodermitis am ganzen Körper, weil es mir nicht gelang, den Druck von der Arbeit aus der Familie herauszuhalten. Sie kratzte sich immer stärker. Sie kratzte sich buchstäblich überall blutig. Die Ärzte erzählten den üblichen Stuss von Ernährung und Kleidung und was weiß ich. Es war klar wie der lichte Tag, warum dieses Kind Neurodermitis hatte. Jeder konnte das sehen, nur diese Ärzte nicht.

Ich entwickelte einen ziemlichen Hass auf die Chefin, wenn ich sah, wie furchtbar dieses Kind litt. Ich richtete für meine Tochter das ein, was ich den „Papa-Kratz-Dienst“ nannte. Sie schlief in dieser Zeit nachts immer neben mir. Sie schlief immer neben mir, weil sie sich das so ausgesucht hatte. Und ihre Neurodermitis wurde vor allem abends und nachts besonders schlimm. Oft konnte sie nicht einschlafen, weil sie sich überall kratzen musste. Und oft wachte sie morgens besonders blutig auf, weil sie sich in der Nacht gekratzt hatte. Der „Papa-Kratz-Dienst“ bestand nun darin, dass ich sie in den Schlaf kratzte. Wenn sie einschlafen wollte, dann kratzte ich sie am ganzen Körper. Ich kratzte sie so, dass sie nicht blutete. Wenn es sie irgendwo besonders juckte, drehte sie mir im Halbschlaf diese Körperstelle zu. Aber es gelang ihr mit dem Papa-Kratz-Dienst immer relativ schnell und friedlich einzuschlafen. Und wenn in der Nacht wieder dieses schreckliche Kratzen losging, dann übernahm ich das für sie. Ich kratzte sie so, dass sie nicht blutete und dass sie ruhig weiterschlafen konnte.

Ich konnte nachts sowieso kaum schlafen, weil ich ununterbrochen darüber nachdachte, wie ich hier eine Lösung finden konnte. Schon seit immer habe ich diesen Glaubenssatz: „Es gibt eine Lösung. Man muss sie nur finden.“

Aber jetzt, als ich meine jüngere Tochter so leiden sah, wusste ich, dass ich auf’s Ganze gehen musste. Ich musste sie verteidigen und da raushauen.

 

In dieser Nacht beschloss ich, meine Ressourcen anzuzapfen und diese Situation ein für allemal zu bereinigen. Das galt für alle, die auf meiner Feindesliste standen.

 

Was bedeutet es, dass ich meine Ressourcen anzapfe?

Das kann verschiedenes bedeuten. Aber hier bedeutet es dieses:

a)   Ich habe Fähigkeiten, die du sehr wahrscheinlich nicht hast. Das sind Fähigkeiten, die du vermutlich nicht mal kennst.

b)  Mir stehen Ressourcen zur Verfügung, die dir nicht zur Verfügung stehen. Dass es solche Ressourcen überhaupt gibt, ist dir vermutlich völlig unbekannt.

 

Und wenn ich das beides in Selbstverteidigung gegen dich wende, dann bete zu deinem Gott, wenn du einen hast. Das ist so ziemlich das einzige, was dir jetzt noch bleibt. Wenn du keinen hast, dann musst du auf andere Art irgendwie da durch. Aber glaube mir – dein Leben verläuft ab jetzt anders.

 

Ich nutze das nur zur Selbstverteidigung. Niemals würde ich das für einen Angriff einsetzen. (Im Englischen sagt man: „With great power comes great responsibility”). Aber wenn ich den Zustand deiner absoluten Kampfunfähigkeit herbeiführen will, dann bleiben dir nicht mehr viele Alternativen.

 

Und in dieser Situation musste definitiv gewährleistet werden, dass mir diese Leute niemals wieder die wirtschaftliche Existenz bedrohen konnten:

Den Kindern darf kein Leid geschehen!

 

Wie ist das alles ausgegangen?

 

1

Ich habe nach monatelangem Suchen für die berufliche Ebene eine Lösung gefunden, an die keiner im Konzern gedacht hatte. Das habe ich auch „against all odds“ durchsetzen können. Hier hat der Betriebsrat sein ganzes Gewicht in die Waagschale geworden (Sprachbild). Ohne das hätte es nie funktioniert. Es haben aber auch viele andere geholfen - sie haben dafür sehr viel Energie eingesetzt und sind zum Teil große Risiken eingegangen. Dafür bin ich ihnen heute noch sehr dankbar.

 

2

Als diese Lösung skizziert war und andere für mich kämpften, habe ich mir an einem Tag im Februar meine jüngere Tochter geschnappt. Die ganze Familie ist draußen in den Feldern im tiefen Schnee spazieren gegangen. Dabei habe ich meine jüngere Tochter die ganze Zeit getragen – ungefähr anderthalb Stunden lang.

Ich habe die Fähigkeit, etwas in meine Körperteile zu schicken, was ich „die heilenden Kräfte“ nenne. Damit sind mir Heilungen möglich, die die heutige Medizin für völlig unmöglich hält. Bis zu diesem Zeitpunkt hatte ich das dreimal bei meinem eigenen Körper gemacht. Hier versuchte ich erstmals, diese Kraft einem anderen zuteil werden zu lassen. Es gelang.

 

Als ich meine Tochter in ihren Schneeanzug gesteckt hatte, hatte sie am ganzen Körper geblutet. Es hatte echt schlimm ausgesehen. Als wir nach diesen anderthalb Stunden nach Hause kamen, war ich derart restlos erschöpft, dass ich mit meiner Tochter auf dem Arm sofort zu meinem Bett ging, mich dort hinlegte und sofort einschlief. Meine Tochter lag auf mir und schlief auch – tief und fest. Die Frau, mit der ich de jure verheiratet bin, machte ein Foto davon, weil sie das so goldig fand – wir in unserer Schneekleidung tief schlafend auf diesem Bett.

Als ich wieder aufwachte, wachte auch meine Tochter auf. Ich pellte sie aus ihrem Schneeanzug. Ihre Haut war vollständig verheilt. Es war nicht eine Wunde an ihr zu finden – an ihrem ganzen Körper nicht.

 

3

Der Generalbevollmächtigte bekam nicht die Stelle in der Konzernzentrale, die sie ihm in Aussicht gestellt hatten. Er bekam auch keine andere Stelle im Konzern. Er verließ das Unternehmen und bewarb sich woanders. Es gelang ihm nicht mehr, am Arbeitsmarkt Fuß zu fassen – nie wieder. In den knapp zwanzig Jahren seit damals hat er sich als freiberuflicher Mitarbeiter kleinerer und unbedeutender Unternehmensberatungen von Auftrag zu Auftrag gehangelt – meistens bekam er jedoch keinen Auftrag und verstand nicht, warum.

In diesem beruflichen Zustand ist er noch heute.

Ungefähr alle drei Jahre google ich seinen Namen, um zu sehen, wie’s mit ihm weitergegangen ist und ob noch alles in Ordnung ist.

 

4

Der Vorstand wurde entlassen.

Ungefähr ein Jahr nach den Ereignissen, die ich hier beschrieben habe, berichtete mir ein Gewährsmann, er sei beim Vorstandsvorsitzenden „in Ungnade“ gefallen. Zwei Jahre später war er bei uns kein Vorstand mehr. Aber er wurde – völlig unüblich – auch nirgendwo sonst Vorstand. Ja, tatsächlich bekam er überhaupt keine Anstellung mehr in unserer Branche. Er wusste vermutlich auch nicht so recht, warum.

Heute arbeitet er als Anwalt in einer kleineren Kanzlei in einer größeren Stadt Hessens.

Ich habe nichts dagegen.

In dieser Position kann er mir nicht gefährlich werden.

 

5

Die Chefin verlor ihren Posten als Bereichsleiterin.

Sie fand einen anderen Job im Konzern. Den verlor sie aber schnell wieder. Danach bekam sie tatsächlich eine adäquate Anstellung bei der Konkurrenz. Ich runzelte die Stirn, als ich das beim Googeln rausfand – was lief hier schief?

 

Die Chefin verlor auch diesen Posten sehr schnell wieder. Sie fand danach keine einzige Anstellung mehr – nirgendwo im Markt, nie wieder. Da „arbeitslos“ sich so hässlich anhört, heuerte sie als freiberufliche Mitarbeiterin bei einer kleinen, unbedeutenden Unternehmensberatung an und wartete auf Aufträge. Sie bekam keine. Sie schrieb in dieser Zeit zwei Bücher über Projektmanagement und Personalführung. Ob die sich verkaufen, weiß ich nicht.

 

Sie verließ wegen erwiesener Erfolglosigkeit die Unternehmensberatung und machte über viele, viele Monate eine Weltreise (Rucksack und Wandern), um sich über sich selbst klar zu werden. Als sie zurückkam, gründete sie ihre eigene kleine Unternehmensberatung, wo sie jetzt auf Aufträge wartet.

Auch sie scheint nicht zu begreifen, was mit ihr passiert ist.

Ungefähr alle drei Jahre google ich ihren Namen, um zu sehen, wie’s mit ihr weitergegangen ist und ob noch alles in Ordnung ist.

 

6

Ich selber bin weiterhin in meinem Job. Ich bin zwar nicht mehr Personalentwickler, sondern Trainer und Coach. Aber an meiner Stellung und an meinem Gehalt hat sich nichts geändert.

Weit über ein Jahrzehnt hatte ich starke Symptome einer posttraumatischen Belastungsstörung. Aber die sind mit der Zeit allmählich abgeklungen.

 

Darüber hinaus habe ich im Anschluss an diese Ereignisse beschlossen, stärker nach außen zu signalisieren, dass ich wehrhaft bin. Wenn sich NTs, die emotional unreif sind und denen ihr moralischer Kompass abhanden gekommen ist (und davon gibt es leider sehr viele) mich als Mobbing-Opfer aussuchen, dann liegt das auch daran, dass ich nach außen nicht signalisiert habe, dass ich mich wehren werde.

 

Und das mache ich jetzt. Regelmäßig. Ich kann diese Teile in mir, die gefährlich sind, mit Energie besetzen. Das kann ich jederzeit. Und wenn ich das ein paar Sekunden tue, dann geht von mir eine Atmosphäre aus, die man lieber meidet. Die meisten Menschen bekommen das nur unbewusst mit. Aber das reicht vollkommen. Seit diesen Ereignissen hat es mir gegenüber nicht mal mehr die Ansätze von Mobbingversuchen gegeben.

 

 

Zusammenfassung

Ich bin gefährlich. Und wenn ich in die Ecke gedrängt werde, dann bin ich sogar extrem gefährlich. Ich bin jedoch nur gefährlich im Selbstverteidigungsmodus und auch das nur, wenn ich mich oder meine Töchter verteidigen muss.

Wenn du uns nicht angreifst, dann hast du auch nichts von uns zu befürchten.

 

Ich vermeide den Kampf, wo ich nur kann. Dabei kommt mir auch zupass, dass ich ein ziemlich ängstlicher Mensch bin. Ich habe genug Gewalt erlebt – das reicht für zehn Leben. Ich weiß, was Gewalt ist, und ich weiß, wohin sie führt. Ich will nicht mit dir kämpfen. Ich werde alles tun, was in meiner Macht steht, um zu einer kampflosen Lösung zu kommen. Wenn beide Seiten gewillt sind, dann gibt es nach meiner Erfahrung immer eine Lösung. Falls du jedoch emotional so retardiert bist, dass du an einer einvernehmlichen Lösung gar kein Interesse hast und mir gar keine andere Wahl lässt, dann werde ich antreten. Das Ergebnis steht dann aber schon von vorneherein fest: Ich werde siegen, du wirst verlieren – und deine Niederlage wird vollständig sein. So vollständig, dass du nie wieder gegen mich kämpfen wirst.

 

Dessen kannst du dir ganz sicher sein. 

Kommentar schreiben

Kommentare: 2
  • #1

    Sven (Montag, 19 Dezember 2022 17:49)

    Sehr spannend! Da Du nichts über die Methoden verrätst, kommt natürlich die Fantasie zum Erblühen (Sprachbild). Ist es schwarze Magie? Oft stelle ich fest in deinen Blogartikeln, dass Du an Metaphysisches zu glauben scheinst, wenngleich Du dich auch oft dem Atheismus zurechnest. Wie ist Deine Einstellung hierzu?

  • #2

    Stiller (Montag, 19 Dezember 2022 19:16)

    Ich habe keine "Methoden". Ich habe Fähigkeiten. Dass andere diese Fähigkeiten nicht haben oder nicht zu haben scheinen, nehme ich zur Kenntnis. Das ändert aber nichts daran, dass diese Fähigkeiten real sind. Sie bewirken in der real wahrnehmbaren Realität zuverlässig bestimmte real wahrnehmbare Folgen.

    Ob ich an Metaphysisches glaube, kann ich nicht beantworten, denn dazu müsste klarer gefasst sein, was das Verb "glauben" in diesem Fall konkret aussagt, und was Metaphysik ist.
    Glaubst du an die Schwerkraft?
    Oder daran, dass Regen im allgemeinen von oben nach unten fällt?

    Ich kann mir vieles in meinem Leben nicht erklären. (So zum Beispiel, dass ich immer noch am Leben bin. Eigentlich müsste ich tot sein). Aber auf der anderen Seite - ich habe mich heute mal wieder etwas intensiver mit dem Gebiet der theoretischen Physik beschäftigt. Dabei habe ich festgestellt, dass es offenbar weiterhin so ist, dass wir von dem, was ist, so gut wie gar nichts wahrnehmen oder gar begreifen können:

    Kenntnisstand heute:
    Das Universum besteht zu
    72,4 % aus Dunkler Energie, zu
    23% aus Dunkler Materie und zu
    4,6% aus für uns sicht- und wahrnehmbare Materie bzw. Energie.

    Mit anderen Worten:
    Nur ca. fünf Prozent dessen, was uns real umgibt, können wir wahrnehmen, messen und wiegen.
    Die restlichen 95% müssen wir postulieren, weil wir sonst bestimmte Dinge, die wir real wahrnehmen und messen können, nicht erklären können. Aber wir können diese 95% bislang weder wahrnehmen noch irgendwie mit ihnen interagieren.

    Wie "metaphysisch" ist das denn bitteschön?!
    Und dennoch - die schlichte Mathematik und die glasklare Logik scheinen keinen anderen Schluss zuzulassen.

    Angesichts dessen, dass Menschen, die soviel gescheiter und fähiger sind als ich - zehntausende von Professoren, Forscherinnen, Postdocs etc -, Menschen, die eindeutig zur geistigen Elite der Menschheit gehören, beim Begreifen der Realität derart auf dem Schlauch stehen (Sprachbild), kann ich meine Ahnungslosigkeit, die nicht die ganze Welt, sondern nur mein sehr kleines und eher unbedeutendes Leben betrifft, sehr gut verkraften.

    Ich hoffe, das beantwortet deine Fragen.