Milde Sorte – das Asperger-Syndrom als „minder schwere Form des Autismus“

Ich habe den Eindruck, dass sich zu diesem Thema schon so ziemlich jeder Autist geäußert hat, der einen Blog oder einen Facebook-Account hat. Jedenfalls habe ich dazu schon jede Menge gelesen. Aber ich gebe gerne zu, dass ich die Gedankengänge der allermeisten Texte nicht nachvollziehen konnte. – Vermutlich fehlt es mir an intellektueller Kapazität.

 

Wie auch immer.

Ich kann mich erinnern, dass ich ganz am Anfang meines langjährigen Diagnosemarathons stand, und die Sprechstundenhilfe des örtlichen Psychiaters auf meiner Überweisung las: „VA Asperger-Syndrom“. Sie konnte das nicht einordnen. „VA“ bedeutet „Verdacht auf“. Aber „Asperger-Syndrom“? Was sollte das sein? Sie fragte mich. Ich war ein wenig hilflos, weil ich davon auch nur wusste, was ich vor Jahren in einigen populärwissenschaftlichen Texten gelesen hatte. Und so antwortete ich vage:

„Das ist eine milde Form des Autismus.“

Sie nahm es hin, ich nahm es hin, und für mich war der Fall erledigt:

Asperger-Syndrom, das war Autismus in einer minder schweren Ausprägung.

Und dabei blieb es für mich einige Jahre, denn ich dachte nicht mehr darüber nach. Andere Fragestellungen standen für mich im Vordergrund.

 

Autismus gehört nicht zu meinen Spezialinteressen. Autismus ist auch kein Thema, für das ich Begeisterung aufbringen kann. Da ich aber laufend mit der aggressiv-intoleranten neurotypischen Welt kollidiere, weil ich Autist bin, bin ich immer wieder gezwungen, mich damit auseinanderzusetzen. Ich würde gerne meine Zeit und meine Energie für was anderes nutzen, aber so ist das nun mal – wenn ich mich nicht wehre, dann machen die NTs mit mir, was sie wollen: Sie bestimmen, was Autismus ist und was nicht, sie bestimmen das öffentliche Bild, das die Autisten abgeben, sie bestimmen, wie mit Autisten umgegangen wird und welchen Platz sie im neurotypischen Sozialgefüge bekommen. Es kommt beinahe nur Mist dabei raus, wenn sich Neurotypische öffentlichkeitswirksam mit dem Thema Autismus befassen. Deshalb bin ich also gezwungen zu reagieren, um meine Menschenwürde und meine Menschenrechte zu verteidigen. Das tut kein NT für mich, da muss ich schon selber aktiv werden.

 

Jetzt also das Asperger-Syndrom als „milde Form des Autismus“. Was ist dazu aus meiner Sicht zu sagen?

 

„Mild“ ist ein Maßstabsfaktor, so wie „groß“, „klein“, „hell“ oder „dunkel“. Das Adjektiv „mild“ ordnet etwas in einen größeren Zusammenhang ein, um ihm durch den Vergleich mit etwas anderem seinen Platz auf einer Skala zuzuweisen. Wenn alles gleich groß ist und keine Veränderung der Größenverhältnisse denkbar ist, dann verlieren die Worte „groß“ und „klein“ ihren Sinn.

 

„Mild“ bedeutet also, dass irgendwas „noch milder“ ist und irgendwas anderes „weniger mild“ ist. Und das schlägt sich in Sachen Autismus ja in den neuen Diagnoserichtlinien nieder, wo es im DSM 5 zum Beispiel über die ASS (Autismus-Spektrum Störung) heißt:

„Grad 1 – braucht Unterstützung“

„Grad 2 – braucht substanzielle Unterstützung“

„Grad 3 – braucht sehr substanzielle Unterstützung“

 

Jo.

Da sind wir also wieder – wieder einmal sind wir Autisten samt und sonders gestört. Haben diese Neurotypischen aber ein Glück, dass sie nicht gestört sind! Das muss ein wirklich tolles Gefühl sein: Dort drüben sind die Gestörten und ich bin völlig ungestört.

 

„Mild“ gibt in diesem Zusammenhang also an, in welchem Maße ich gestört bin. (Interessanterweise müsste ich ASS 0 sein, denn ich bin eindeutig Autist, brauche aber bislang keine Unterstützung und habe auch noch nie welche gebraucht).

 

Aber zurück zum Thema:

Ist in meinen Augen das Asperger-Syndrom eine „minder schwere Form des Autismus“?

 

Diese Frage geht für mich an der Wirklichkeit vorbei. Nach allem, was ich sehen kann, gibt es Autismus als eine bestimmte Art, in der Welt zu sein und damit fertig. Ich kann da keine Abstufungen sehen. Autisten nehmen die Welt anders wahr als Neurotypische und verarbeiten ihre Sinneseindrücke anders als die Neurotypischen. Das scheint auch schon alles zu sein.

Der ganze andere Quatsch, der uns angedichtet wird

  1. Defizite der sozial-emotionalen Reziprozität
  2. Defizite in der non-verbalen Kommunikation
  3. Defizite in der Entwicklung, dem Erhalten und Verständnis von Freundschaften
  4. Stereotype Verhaltensweisen
  5. Bestehen auf Routinen
  6. Eingeschränkte/intensive Interessen
  7. Hyper- und Hyporeaktivität gegenüber sensorischen Reizen

der zeichnet die NTs genauso aus wie uns.

Die NTs bestehen genauso auf Routinen wie wir (Händeschütteln zur Begrüßung, in die Augen schauen beim Gespräch etc.), sie haben genauso stereotype Verhaltensweisen (sie pfeifen vor sich hin, sie trommeln nervös mit den Fingern, sie klickern mit Kugelschreibern vor sich hin) sie haben genauso eingeschränkte Interessen (unterhalte dich mal mit einem neurotypischen HSV-Ultra oder einem ausgemachten Weinliebhaber!), sie sind deutlich hyporeaktiv gegenüber sensorischen Reizen und so weiter und so weiter.

Alles, was uns die NTs als „Störung“ andichten, entpuppt sich beim näheren Hinsehen als der reine Quatsch. All das, was sie bei sich selber nicht wahrhaben wollen, das finden sie in verzerrter Form bei uns. Letztlich ist das Asperger-Syndrom für sie also vor allem eine große Projektionsfläche für alles, was sie bei sich verdrängen wollen.

 

Wenn wir diesen Unsinn weglassen – was macht dann Autismus überhaupt aus?

Autismus scheint dadurch gekennzeichnet zu sein, dass wir die Welt – anders als die Neurotypischen – so wahrnehmen, wie sie ist und nicht sozial. Anders ausgedrückt: Neurotypische nehmen alles sozial wahr, auch das, was objektiv gar nicht sozial ist – auch Blumen, Steine, Sonnenuntergänge und Sandstrände. Autisten nehmen so ziemlich alles sachlich bzw. real wahr. Das liegt daran, dass die Neurotypischen deutlich schlechter als die Autisten in der Lage sind, soziale und emotionale Zuwendung anzunehmen und zu speichern. Neurotypische sind emotional und sozial beinahe permanent bedürftig. Da müssen sie alles, was sie wahrnehmen, sozial wahrnehmen. Überspitzt formuliert: Wenn du einem Autisten sagst, dass du ihn liebst, dann reicht das erst mal für eine Weile. Wenn du einem Neurotypischen sagst, dass du ihn liebst, dann will er das permanent von dir hören. Er kann Liebe und Zuwendung (beinahe) nicht speichern.

 

Ich habe mir sehr oft schildern lassen, wie Kanner-Autisten in Heimumgebung erlebt werden, und habe immer dasselbe Bild: Das einzige, was mich von diesen Autisten unterscheidet, ist mein überragender Verstand. Hätte ich einen normalen IQ, dann wäre ich ein Kanner-Autist wie jeder andere auch – ganz ohne Zweifel.

 

Also:

Nach allem, was ich sehen kann, gilt: Du bist Autist oder du bist es nicht. Da gibt es keine Abstufungen. Da gibt es kein „mild“ und kein „weniger mild“.

Was uns als Autisten in unserer Außenwirkung unterscheidet, sind unsere intellektuellen Kapazitäten. Sie allein entscheiden, ob wir uns in der NT-Welt behaupten können oder nicht.

 

 

Auf den Punkt gebracht:

Ich sehe mich als Asperger-Autist als einen Autisten, der sich von anderen Formen des Autismus in der Außenwirkung einzig durch seine intellektuelle Kapazität unterscheidet. Autismus kennt keine Abstufungen. Du bist Autist, oder du bist es nicht.

 

Mit dieser Sicht der Dinge liege ich im Widerspruch zu so ziemlich allen neurotypischen Autismus-Experten. Ich weiß das. Da ich aber Autist bin, ist mir das herzlich egal. In meiner Welt zählt, wer das bessere Argument hat und nicht wieviele Follower ein Meinungsführer hat.

 

Ich solchen Sachen kann ich ziemlich autistisch sein.

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Kommentare: 8
  • #1

    Neo-Silver (Montag, 13 Mai 2019 20:43)

    Könnte man dann Autismus nicht auch einfach Realismus nennen?

    Ich stimme dir teilweise zu.
    Viele dieser Eigenschaften haben auch Nichtautisten. Und die Klassifizierung ist etwas, was die Nichtautisten erstellt haben und weiterhin erstellen.
    Deshalb ist sie nicht gleichzeitig falsch aber dennoch teilweise sehr befangen. Befangen bezüglich der nichtautistischen Sichtweise sozusagen.

    Autismus ist aber m.M.n. nicht nur der Realismus.

    ------------------------------------------------------------------------------------------------

    - Wieviele nichtautistische Menschen kennst du, die Realisten sind?
    -- Vermutlich nicht sehr viele aber dennoch einige.

    - Du trägst, ebenso wie ich und auch viele andere Autisten, einen Gehörschutz und eine Sonnenbrille in den meisten Situationen.
    -- Wieviele nichtautistische Menschen kennst du, die soetwas tun?
    -- Vermutlich auch nicht sehr viele aber dennoch einige.

    - Wieviele nichtautistische Menschen kennst du, welche Realisten sind und zusätzlich einen Gehörschutz und eine Sonnenbrille in den meisten Situationen tragen?
    -- ....

    ------------------------------------------------------------------------------------------------

    Ich vermute du hast erkannt auf was ich hinaus möchte.
    Natürlich haben Nichtautisten auch Eigenschaften die Autisten besitzen, dennoch bin ich der Meinung das die Zusammensetzung, die Summe dieser Eigenschaften einen deutlicheren Unterschied zwischen Nichtautisten und Autisten verdeutlicht.

    Also sollten wir Autismus nicht nur auf diese eine von dir beschriebene Eigenschaft reduzieren, auch wenn sie, da gebe ich dir völlig Recht, eine der bedeutendesten Eingenschaften von Autismus ist.

  • #2

    Neo-Silver (Montag, 13 Mai 2019 21:05)

    Eine Off-Topic Frage, welche etwas Bezug auf deine Erzählung über den Spaziergang im Wald und das Wandern nimmt möchte ich noch stellen.

    Du bist also im Wald. Allein auf Wanderung. Du bist dir gewiss das in der Umgebung keine Menschen sind. Der übliche Krach dieser Epoche ist hier nicht existent. Die einzigen Geräusche sind Bäche und Geräusche der Natur.
    Welche/s Gefühl/e und Farbe/n nimmst du wahr, wenn du in so einer Situation bist?
    Beschreib es mir bitte.

    *Die Situation ist nur beispielhaft. Du sollst es natürlich an einer ähnlichen realen, schon erlebten, Situation beschreiben.

  • #3

    Stiller (Dienstag, 14 Mai 2019 07:38)

    Hallo Neo-Silver,
    ich habe den Eindruck zu verstehen, was du meinst.
    Eine Antwort kann ich hier aber nur skizzieren, weil die Thematik sehr komplex ist.

    1
    Mich haben Unersuchungsergebnisse der Wissenschaftlerinnen um Professor Vogeley sehr beeindruckt, aus denen ganz klar hervorging, dass NTs bei der optischen Wahrnehmung geometrischer Figuren, Sonnenuntergänge etc. die Teile des Gehirns aktivieren, die für die soziale Wahrnehmung zuständig sind. Bei AS bleiben diese Hirnregionen in gleicher Situation dunkel.

    2
    Ca, einer von 1.000 Menschen ist AS. Ca. einer von 10 Menschen (bis einer von 7) ist hypersensibel. Aus Hypersensibilität auf Autismus zu schließen verbietet sich also aus logischen Gründen. Jede Möwe ist ein Vogel. Aber einen Vogel zu sehen und daraus zu schließen, dass das eine Möwe sein könnte, ist unzulässig.

    3
    Wenn ich mir anschaue, wie viele NTs ein Verhalten an den Tag legen, dass ich als „sozial-emotional reziprok“ einschätzen würde, komme ich zu dem Schluss, dass mindestens 80% der NTs in der Kommunikation NICHT auf das eingehen, was der andere gerade fühlt, denkt oder wünscht.
    „Schatz, hast du Hunger?“
    „Nein Danke, Liebes. Ich hab‘ vorhin noch gegessen. Bin satt.“
    „Ich kann dir schnell was warm machen, wenn du willst“

    Anders als mit mangelndem Einfühlungsvermögen ist die Beharrlichkeit, mit der die NTs den AS Gewalt antun, wenn sie ihnen helfen oder sie therapieren wollen, nicht zu erklären.

    4
    Die NTs kommunizieren nonverbal anders als die AS. Daraus aber abzuleiten, dass wir da ein Defizit hätten, ist wissenschaftlich unhaltbar. Das ist so als ob ich sagen würde, dass junge Elefanten Defizite beim Fliegenlernen hätten.

    5
    Ich habe zahlreiche NTs dazu befragt, wie viele echte Freunde sie haben. Ausnahmslos alle haben mir gesagt, dass sie zwei bis drei echte Freunde im ganzen Leben gefunden hätten. Das entspricht auch ziemlich genau der Zahl, die mir AS berichten. NTs fühlen sich genauso oft und viel allein und einsam wie wir, sind dabei aber häufiger als wir von anderen Menschen umgeben. Daraus abzuleiten, dass wir „Defizite in der Entwicklung, dem Erhalten und Verständnis von Freundschaften haben“, ist wissenschaftlich nicht haltbar.

    6
    Zu den stereotypen Verhaltensweisen und zu dem „Bestehen auf Routinen“ habe ich im Text schon was gesagt.

    7
    Aus all dem ergibt sich, dass es bemühter und unwissenschaftlich-unlogischer Quatsch ist, wenn die NTs uns Defizite andichten. Wenn Giraffen neurotypische Wissenschaftler wären, dann wären vermutlich alle Tiere behindert oder defizitär, deren Hals kürzer als einen Meter ist.

  • #4

    Stiller (Dienstag, 14 Mai 2019 07:44)

    Hallo Neo-Silver,

    zu deiner „Off-Topic Frage“.
    Sensorisch am wohlsten fühle ich mich im Hochgebirge. Dabei nehme ich ein diesig-glänzendes Silbern wahr.

  • #5

    Neo-Silver (Dienstag, 14 Mai 2019 10:50)

    Danke für die Bbeschreibung.
    Wie ich mich dabei fühle, bzw. wie ich die Gefühle benennen kann, muss ich erst noch intensiver erforschen. Ich weiß nur das es wohltuend ist.

    On-Topic:
    Ich kann deine Argumentation verstehen und empfinde sie auch als schlüssig, dennoch drängt sich mir eine Frage auf.

    Im Text reduzierst du die Erkennbarkeit von Autisten auf den Realismus und beschreibst, richtiger Weise, die vielen anderen Merkmale welche uns von NT's zugeschrieben werden.
    Alles andere ist also individuell und neurodivers, kann demnach sowohl auf Autisten als auch auf alle Nichtautisten gleichermaßen zutreffen.

    Habe ich das so grob richtig verstanden oder erkennst du, ungebunden von den zugewiesenen Symptomen durch die NT's, trotzallem zusätzliche Übereinstimmungen zwischen Autisten untereinander, außer die Fähigkeit, Dinge so realistisch betrachten zu können?

  • #6

    Widersynnig (Dienstag, 14 Mai 2019 12:05)

    Milder Autismus- das ist wirklich Quatsch.
    Aber es gibt unterschiedliche Ressourcen, um den Dissenz zwischen NT- Umwelt und eigenen Bedürfnissen zu kompensieren. Für einen meist hohen Preis.
    Intersssanter Gedankengang, was die Gewohnheiten der NTs angeht.
    Kleiner Hinweis: auch viele Autisten weinen vor Rührung bei einem Schnulzenfilm ( vllt. An anderen Stellen als NTs, oder weil einem Tier Leid zugefügt wird und Gänsehaut beim Anblick oder Hören von etwas als schön empfundenen geht auch).

  • #7

    Stiller (Dienstag, 14 Mai 2019 21:29)

    Hallo Neo-Silver,
    nach allem, was ich sehen kann, gibt es einiges, was man an Autisten beobachten kann, was den meisten gemeinsam zu sein scheint, was über das nicht-soziale Wahrnehmen des Unbelebten hinausgeht.
    Wenn ich zum Beispiel beim Autismus-Forum in Köln bin, das Professor Vogeley dort für uns organisiert, fällt mir zum Beispiel auf:
    * Die haben fast alle dasselbe Bedürfnis nach räumlicher Distanz zum Nachbarn wie ich.
    * Ganz viele sind so gekleidet wie ich: Schmucklos, funktional, in dunklen und gedeckten Farben
    * Beinahe jeder spricht leise.
    * Blickkontakt wird weitgehend vermieden.
    * Die Stimmen hören sich fast alle anders an als bei den NTs.
    * Und so weiter.

    Sicherlich gibt es also Merkmale, die die meisten von uns von den NTs unterscheiden.
    Aber das sind keine Störungen.
    Und natürlich müsste man schauen, auf welche zugrundeliegenden Persönlichkeitsanteile diese Merkmale, de ich hier beschrieben habe, hinweisen, denn sie sind nur Symptome. Aber das muss jemand anderer tun. Autismus ist nicht mein Spezialinteresse.

  • #8

    Stiller (Dienstag, 14 Mai 2019 21:43)

    Hallo Widersynnig,

    dass Asper-Autisten keine oder nur rudimentäre Gefühle haben, Gefühle nicht lesen können oder nicht mitfühlen können, gehört zu diesen abstrusen Mythen, die die NTs in die Welt gesetzt haben, um uns zu dämonisieren. Ich bekämpfe sie, wo ich nur kann.

    Ja, ich habe mit AS gesprochen, die kaum oder nur sehr rudimentäre Gefühle haben. Woraus diese geringe Gefühligkeit resultiert, weiß ich nicht. Aber sie ist keinesfalls repräsentativ für die AS.

    Wenn NTs irgendwen unter Druck setzten, marginalisieren oder vernichten wollen, dann dehumanisieren sie ihn in einem ersten Schritt. Je weniger der andere ein Mensch ist, desto leichter, eher und gewissensbissfreier kann ich ihm Gewalt antun. Wenn der andere kein Mensch mehr ist, sondern ein „Schwein“ (Ulrike Meinhof) oder „Ungeziefer“ (Der Stürmer) oder dergleichen, dann kann ich ihn leichter vernichten.

    Und wenn der andere gar ein „Autist“ ist - ogottogott! Gefühlskalt, fremd, dämonisch, unverstehbar, in seiner eigenen Welt gefangen, unfähig zu kommunizieren, schwer gestört, asozial, merkwürdig und was weiß ich noch ... ja dann ist alles erlaubt. Das ist ja gar kein Mensch mehr.